Wie verläuft der Stadtumbau-Prozess?

Von der Aufnahme des Marktes Bodenmais in die Städtebauförderung „Stadtumbau West" bis zur erfolgreichen Umsetzung gewünschter Maßnahmen ist folgender Weg zu beschreiten:

1. Aufnahme in die Städtebauförderung „Stadtumbau West"

Dieser Schritt ist bereits erfolgt: Nach längeren Bemühungen konnte der Markt Bodenmais mittlerweile in die Städtebauförderung „Stadtumbau West" aufgenommen werden. Der Markt Bodenmais war bereits in der Städtebauförderung, musste diese allerdings nach der gescheiterten Attraktivierung und Sanierung der Bahnhofstraße verlassen.

2. Auswahl eines Planungsbüros und Beauftragung eines integrierten Ortsentwicklungskonzepts (IOEK)

Auch dieser Schritt wurde bereits gegangen: Der Bodenmaiser Marktgemeinderat hat ein Integriertes Ortsentwicklungskonzept (IOEK) in Auftrag gegeben. Mit der Erstellung beauftragt wurde das Büro Architekturschmiede Oswald in Kirchdorf in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung Bodenmais. Die Erstellung eines Einzelhandelsgutachtens übernimmt die renommierte CIMA GmbH.

3. Bürgerforum als Auftaktveranstaltung des Ortsentwicklungsprozesses

Erster Schritt der öffentlichen Beteiligung am Ortsentwicklungsprozess ist eine Auftaktveranstaltung am Montag, den 22. März 2010 um 19:00 Uhr im Bodenmaiser Pfarrzentrum, zu der die Gesamtbevölkerung herzlich eingeladen ist. Bei dieser Veranstaltung wird im Detail über Ziele und geplante Aktivitäten der kommenden Monate informiert. Auch die einzelnen Arbeits- und Impulsprojektgruppen werden an diesem Abend vorgestellt und konstituiert.

4. Bildung einer Lenkungsgruppe beim Markt Bodenmais

Nach dieser Auftaktveranstaltung wird von der Gemeindeverwaltung eine Lenkungsgruppe aus allen Fachbereichen unter der Leitung des Ersten Bürgermeisters gebildet. Dieser gehören an:

1. die Sprecher der Bürgerarbeitskreise
2. die Sprecher der Impulsprojektgruppen
3. Michael Adam, Erster Bürgermeister
4. Karl Kollmaier, Betriebsleiter
5. Andreas Lambeck, BTM-Geschäftsführer
6. Manuel Miedl, Geschäftsleitender Beamter
7. Georg Oswald, Städteplaner
8. Michael Seidel, Projektleiter CIMA

5. Thematische Erarbeitung in Arbeits- und Impulsprojektgruppen

Die Aufarbeitung der einzelnen Themenbereiche des Ortsentwicklungsprozesses soll dann in Arbeits- und Impulsprojektgruppen erfolgen. Diese Gruppen richten sich in aller erster Linie an alle Bodenmaiser Bürgerinnen und Bürger und alle Gewerbetreibenden. Auch die Mitglieder des Marktgemeinderats und die Verwaltung werden in den einzelnen Gruppen mitarbeiten. Geplant ist, dass alle Gruppen aus Ihrer Mitte einen Sprecher bzw. eine Sprecherin wählen, der bzw. die die einzelnen Treffen zusammen mit der Gemeindeverwaltung koordiniert und leitet.

Ziel der Arbeitsgruppen ist es nicht, irgendwelche abstrakte Konzepte zu entwickeln, die dann – wie in der Vergangenheit – möglichst schnell in der Schublade verschwinden. Vielmehr ist es unsere Zielsetzung, dass jede Arbeitsgruppe in deren Bereich einige wenige konkrete Vorschläge erarbeitet, die dann auch tatsächlich umgesetzt werden können.

6. Zusammenfassung der Ergebnisse in einem Integrierten Ortsentwicklungskonzept (IOEK) mit Maßnahmenplan Ortsentwicklung

Neben den Ergebnissen der Arbeits- und Impulsprojektgruppen fließen auch die Ergebnisse der Fachgutachter (Oswald, CIMA) in ein Integriertes Ortsentwicklungskonzept (IOEK) ein. Das IOEK mit Maßnahmenplan für die Ortsentwicklung bildet die Grundlage für künftige Entscheidungen des Marktgemeinderats und der Verwaltung.

Das IOEK ist Grundlage und zugleich Aufgabe des gesamten Stadtumbauprozesses. Das heißt, hier werden bauliche, soziale, ökologische und wirtschaftliche Probleme und Potentiale unserer Gemeinde gemeinsam betrachtet. Themen wie Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Tourismus, Einkaufen, Erholung, Freizeit werden analysiert und in ihren Wechselwirkungen untersucht. Nur so kann auf Veränderungen wie z. B. den demografischen Wandel vorausschauend und angemessen reagiert werden. Ziel ist ein umsetzungsorientiertes Konzept mit konkreten Maßnahmen und Projektvorschlägen, die von privater und öffentlicher Hand umgesetzt werden.

Verpflichtender Bestandteil des IOEK ist auch ein Einzelhandelsgutachten für Bodenmais. Dieses Gutachten erstellen nicht Bürgerarbeitskreise oder Verwaltung, sondern die CIMA GmbH. Die CIMA ist das Kompetenzzentrum für Stadt- und Regionalentwicklung und für Marketing im öffentlichen Sektor im gesamten deutschsprachigen Raum und hat bereits viele namhafte Kommunen bei der Stärkung ihres örtlichen Einzelhandels beraten.

Zudem liegt die Notwendigkeit eines solchen Gutachtens auf der Hand. Denn leider kann man in Bodenmais einer entscheidenden Erkenntnis mittlerweile nicht mehr ausweichen: Während sich Vermietungsbetriebe und Gastronomie im Ort sehr gut entwickeln, klagen viele Einzelhändler bei den regelmäßigen Einzelhandelstreffen immer wieder über rückläufige Umsätze. Wer also so tut, als habe es der Markt Bodenmais nicht bitter nötig, untersuchen zu lassen, wie der Einzelhandel insgesamt wieder nachhaltig gestärkt werden kann, verkennt die wirtschaftlichen Realitäten in diesem Ort.

7. Umsetzung der geplanten Maßnahmen und Feedback

Zielsetzung ist es nicht, durch Bürgerarbeitsgruppen ein Ortsentwicklungskonzept erarbeiten zu lassen und dieses dann im Archiv abzulegen. Im Gegenteil: Marktgemeinderat und Verwaltung sind bereits bei der Konzepterarbeitung durch die Bodenmaiser Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Somit ist sichergestellt, dass die erarbeiteten Themen auch tatsächlich Eingang in die politische Willensbildung finden und umgesetzt werden.

Wichtig ist, dass die Bürgerbeteiligung nicht mit Erstellung der IOEK endet! Vielmehr ist angedacht, dass die gegründeten Arbeitsgruppen auch nach Konzepterstellung erhalten bleiben. Bürgermeister und Verwaltung werden dann über den Fortschritt der Umsetzung des IOEK berichten. Zusammen mit dem gemeindlichen Städteplaner wird der Markt Bodenmais auch laufend versuchen, Fördermittel für die Maßnahmenumsetzung zu akquirieren.