
36. Fußwallfahrt - Zahlreicher Pilger wurden nach dem Gottesdienst ausgezeichnet
Bodenmais (wm).
245 Pilger aus Bodenmais und der Umgebung zogen am vergangenen Sonntag "zur Mutter der Gnade" nach Neukirchen beim Hl. Blut, wie sie am Kolmstein singend und betend ihre Wallfahrt zum Wallfahrtsort am Fuß des Hohenbogens ankündigen. Und mit dieser Anzahl hatte die Bodenmaiser Kreuzschar gegenüber dem Vorjahr etwas nachgelassen - müßig wäre es über Gründe dafür zu sinnieren. Jedenfalls bewahrheiteten sich die Wetterprognosen an diesem Tag nicht, lediglich ein paar Tropfen bekamen die Walfahrer auf den rund 35 Kilometer langen Strecke ab. Genauso war es dann auch, als die Pilger nach dem Gottesdienst die Wallfahrtsbasilika verließen und sich ein Teil davon zur gemütlichen Einkehr zusammenfand.
Es war die 36. Bodenmaiser Fußwallfahrt, zu der um 5 Uhr morgens am Friedhofskirchlein mit dem Pilgersegen von Diakon Sepp Schlecht aufgebrochen wurde. Pilgerführer Alois Strohmeier hatte sich mit dem Wallfahrerkomitee um die sorgfältige Vorbereitung gekümmert, unterstützt von den bewährten freiwillligen Hilskräften. 245 Männer und Frauen, überdurchschnittlich Jugendliche und junge Erwachsene, wollten bei diesem Pilgermarsch mit den Anliegen und Sorgen im Gepäck, dem Herrgott ein Stück näher kommen und nahmen bei der Wallfahrt auch die Gelegenheit wahr, die persönliche Lebenssituation zu überdenken. Manche Wallfahrer sind per Bus nachgefahren oder wurden von Privatautos an Ort und Stelle gebracht. Unmittelbar nach dem Weggang hielt die Kreuzschar aus Bodenmais an dem vor mittlerweile zehn Jahre errichteten Gedenkkreuzes an der Scharebenstraße inne. Es erinnert an die am 14. Mai 1977 begründete Bodenmaiser Fußwallfahrt in den Pilgerort auf der anderen Seite des Waldgebirges mit damals 79 Teilnehmern und natürlich an die verstorbenen Wallfahrer. Flotten Schrittes ging es über Schareben - wo die Gruppe erstmals pausierte - und Eck nach Arrach und Haibühl. In den dortigen Gasthäusern war eine zweite Rast mit dem Mittagessen verbunden. In Schwarzhölzl über Haibühl war Pfarrer Alexander Kohl aus Bodenmais zu den Wallfahrern gestoßen, der mit den Pilgern hinauf zum Kolmstein den Kreuzweg betete. Die Ergriffenheit der Pilger vor den Toren Neukirchens unterstrich das Lied "Wir ziehen zur Mutter der Gnade" - den Fürbitten und Anrufungen der Gottesmutter "vom Heiligen Blut" von Petra Meik folgend.
"Unterwegs mit Gott an ein gewisses Ziel", so lässt sich eine Wallfahrt beschreiben und damit die Erkenntnis, dass die Kirche ein pilgerndes Gottes Volk und der Mensch nur Gast auf Erden ist. So wiegt auch die innere Bewegung und Mitfeier mehr, als die auf sich genommenen körperlichen Strapazen. Überwiegend wird daher von den Teilnehmern die Wallfahrt als Antrieb für den christlichen Glauben gesehen. Am Ortseingang des oberpfälzischen Marienwallfahrtsortes kam es zur Einholung der Bodenmaiser Pilger, begleitet von der Knappschaftskapelle unter der Leitung von Hans Kuchl, die auch den Pilgergottesdienst instrumental bereicherte. An der Hussiteninsel wurden die Pilger von Regionaldekan und BGR Ortspfarrer Georg Englmeier von Neukirchen und einer Ministrantenschar empfangen. Die meisten Pilger hatten während des Fußmarsches schon ein hölzernes Erinnerungskreuzerl erworben, dass sie sich sofort um den Hals hängten. Vor der Wallfahrtskirche am Bodenmaiser Stationenkreuz aus Edelstahl und Bleikristall, das vor vier Jahren dort aufgestellt wurde, versammelte sich die ankommende Pilgerschar zum Gebet. Pfarrer Alexander Kohl segnete die vom örtlichen Seniorenclub gestiftete und von Leiterin Renate Weikl verzierte Wallfahrtskerze, die dann Pfarrgemeinderatssprecher Hans Kollmer in das Gotteshaus trug. Regionaldekan und Ortspfarrer BGR Georg Englmeier nahm dann in der vollbesetzten Wallfahrtskirche auch die Begrüßung der Bodenmaiser Pilger vor. Über die Geschichte der Wallfahrt und des Wunders von Neukirchen predigte Pfarrer Alexander Kohl, der gemeinsam mit Diakon Sepp Schlecht den Gottesdienst feierte.
Pilgerführer Alois Strohmeier dankte der Geistlichkeit mit den Pfarrern Georg Englmeier und Alexander Kohl und Diakon Sepp Schlecht, dem gesamten Wallfahrerkomitee, den Trägern von Pilgerkreuz und Lautsprecher, der Vorbetergruppe, den Verantwortlichen der Verkehrsregelung, dem Fahrer des Begleitfahrzeuges, der Knappschaftskapelle, den Begutachtern des Pilgerweges, so wie dem Forstamt Bodenmais mit Revierförster Hugo Schmid. Nicht zu vergessen sei der unentgeltliche Dienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Bodenmais, die durch ihr kostenloses und bereitwilliges Engagement, die Pilgergruppe begleiteten und betreuten - und das schon seit vielen Jahren. Dankenswerterweise übernahmen zusätzlich in Neukirchen die vier Ortsfeuerwehren aus Atzlern, Neukirchen, Rittsteig und Vorderbuchberg die Verkehrsabsicherung. Bei den Feierlichkeiten konnten wieder Ehrungen langjähriger Wallfahrer vorgenommen werden: Die Silberne Anstecknadel mit eingravierter Zahl erhielt Johann Gstöttner für 35malige Teilnahme an der Wallfahrt. Die jüngsten Wallfahrer waren Susanne Bauer und Johannes Kuchl, die sich über eine bronzefarbene Medaille von der Pfarrei Neukirchen freuen durften. Die erstmaligen Teilnehmer Kerstin Bachl, Sofie Haller, Isabell Haller, Manuel Vogl, Christian Hutterer, Karin Mühlehner, Corinna Merker und Andrea Menz bekamen jeweils eine bronzene Wallfahrts-Jubiläums-Medaille. Viele Pilger, darunter die Seniorinnen und Senioren der Pfarrei, waren mit Bus und Auto nach Neukirchen gefahren. Mit den Bussen des Reisbüros Wenzl kamen die Wallfahrer wohlbehalten nach Bodenmais zurück.

Die Ehrung langjähriger, jüngster und erstmaliger Bodenmaiser Fußwallfahrer nach Neukirchen bei Hl. Blut. Mit auf dem Foto Regionaldekan und Ortspfarrer von Neukirchen, BGR Georg Englmeier (hinten/2. von links), der Bodenmaiser Pfarrer Alexander Kohl (hinten/links/verdeckt) und Diakon Sepp Schlecht (hinten/rechts) aus Bodenmais