Geschichte

Unsere Kirche wurde 1804/05 in der Mitte des Marktplatzes erbaut und zwar so, dass sie in Richtung zum Silberberg zu stehen kam. Die enge Verbindung mit dem Bergwerk kommt am deutlichsten zum Ausdruck dadurch, dass der Altar im Westen steht. Wenn der Priester am Altar den Segen erteilt, ist er dem Berg zugewandt. 1955/56 wurde die Kirche um ein Oktogon erweitert nach dem Plan des Regierungsbaumeisters Franz Günter.
Der alte Kirchenraum ist eine dreischiffige Anlage, in den Seitenschiffen sind Emporen eingebaut. Der Anbau ist ein unregelmäßiges Oktogon mit fünf gleichen Seiten.
Der Hochaltar ist eine Schöpfung des Frührokoko um 1730. Er stammt aus der 1803 säkularisierten Klosterkirche Oberalteich, wo er in der Südapsis stand, die im vorigen Jahrhundert abgerissen wurde. Sechs Säulen von verschiedener Länge mit korinthisierenden Kapitällen tragen den Aufbau, zwei von ihnen sind gewunden und kulissenartig vorgestellt. An Stelle des Altarblattes befindet sich in einer mit Stoffdraperien eingefassten und mit einem Lambrequinsbaldachin überdachten Nische das Gnadenbild. Die Wolkenbank am Fuß er Nische ist spätere Zutat. Im Aufzug erscheint das beliebte Barockmotiv des sich öffnenden Himmels: Wolken mit der Heilig-Geist-Taube und Engelsköpfen. Darüber Gottvater mit Zepter und Weltkugel. Als Altarbekrönung haben lebhaft bewegte und phantastisch geschweifte Voluten Verwendung gefunden, die dem Altar eine einzigartige Lebendigkeit und rhythmischen Schwung verleihen. Auf den Seiten des Hochaltares die Figuren von Joachim und Anna, der Eltern der Mutter Gottes. Der Tabernakelbau stammt aus der Entstehungszeit der Kirche und enthält etwas klassizistisch geformte Akanthusranken.
Die Seitenaltäre sind einfache Barockarbeiten aus dem Jahr 1693. Sie standen früher ebenfalls in der Klosterkirche von Oberalteich.
Der linke Seitenaltar birgt die ausgezeichnete Figur der Immakulata, wohl das einstige Kernstück des Hochaltares. Maria steht auf der Weltkugel, den Mond und die Schlage zu ihren Füßen. Der rechte Seitenaltar enthält eine neue Figur des heiligen Josef.
Die Kanzel wurde 1812 von Schreiner Dachs in Linden angefertigt. Der geschweifte Korpus wir in Feldern von Nachrokoko-Ornamenten belebt. Die Haube trägt klassizistische Ranken. Auf geschwungenen Bögen steht der heilige Michael als Gerichtsengel, eine Rokokofigur um 1750.
Die Beichtstühle stammen ebenfalls aus Oberalteich. Sie dürften um 1740 entstanden sein und haben geschweiften Grundriss. Die Türen sind neue Zugabe.Die hübschen Aufsätze enthalten zwischen geschweiften Muschelwerk Ölbilder, die König David (nördlich) und Salomon (südlich) darstellen.
Der Taufstein ist neu, wird aber von einer kleinen Rokokogruppe, die Taufe Jesu, gekrönt (um 1750).
Das Deckengemälde im Schiff, gemalt von Kunstmaler Josef Wittmann, München 1924, zeigt die Übertragung des Gnadenbildes am 16 Juni 1705. In der Mitte die Kirche von Maisried, von der das Bild abgeholt wurde. Bergleute, gläubiges Volk in der Tracht des Bayerischen Waldes, Beamte in Festgewand geben dem Bild das Geleit, das von vier geschmückten Mädchen getragen wird.